Holz für die Mehmetis

Holz für die Mehmetis

In diesem Jahr verschicken wir keine Weihnachtskarten, sondern unterstützen die Aktion #HolzfürdieMehmetis, mit der die Kirchengemeinde St. Johannis der Familie Mehmeti, die letztes Jahr abgeschoben wurde, helfen will. Conny Stegner, die die Aktion ins Leben gerufen hat, berichtet darüber im Detail:

Cornelia Stegner: “Muhamet Mehmeti aus dem Kosovo habe ich vor zwei Jahren bei dem Kochprojekt „Kochen für Weltbürger“ kennengelernt, das ich für die Neue Presse Coburg journalistisch begleitet habe. Danach habe ich die Mehmetis in ihrer Wohnung in Rödental besucht. Ich lernte die ganze Familie kennen und sie erzählten mir, warum sie als Muslime das deutsche Weihnachtsfest lieben und feiern. Ich war überzeugt, dass Igballe und Muhamet Mehmeti wegen ihrer herzlichen, offenen und fröhlichen Art, aber insbesondere wegen ihrer Hilfsbereitschaft eine große Bereicherung für Rödental sind. Hier hatten sie innerhalb von zwei Jahren eine gute Heimat gefunden. Ob Kindergarten, Grundschule, Sportverein, Kirchgemeinde oder Freundeskreis: die Mehmetis bewegten sich in einem sozialen Netzwerk. Sich einzubringen, war ihnen Selbstverständlichkeit und Anliegen.

Ihre größte Sorge galt der Zukunft und der Gesundheit ihrer vier Kinder. Etnik, Flaka, Erdon und Genc sprachen gut Deutsch, hatten gute Noten und waren in Schule, Fußballverein und Kindergarten beliebt. Sie wollten keine Sozialleistungen, sie wollten arbeiten und ein normales Leben führen. Die Familie durfte trotz vieler Bemühungen nicht in Deutschland bleiben, wo so etwas wie Zukunft zumindest möglich erschien. Seit einem Jahr zurück im Kosovo, leben sie derzeit nicht zuletzt von Unterstützung von Freunden aus Deutschland, maßgeblich der Kirchgemeinde St. Johannis in Rödental. Arbeit gibt es im Kosovo nicht für Muhamet Mehmeti, einem gelernten Koch.1 Sonstige Unterstützung? Fehlanzeige. Die Mehmetis wenden einen Großteil des Geldes, dass ihnen zur Verfügung steht auf, um den Schulbus für die Kinder zu bezahlen. Vielleicht darf Flaka, die Älteste, in ein paar Monaten nach Deutschland kommen, um ihre Ausbildung in einer Rödentaler Zahnarztpraxis endlich beginnen zu können. Bis dahin ist Winter bei den Mehmetis in Millosheve, Kosovo. Noch ist das Holz einigermaßen günstig, sagt Muhamet. Wenn es kälter wird, wird es teurer. Die Kinder brauchen Wintersachen. Muhamet Mehmeti über sein Land, welches als das ärmste Land auf dem Balkan bzeichnet wird: „Hier gibt es nichts – außer Mafia und Korruption“. Ich möchte die Mehmetis mit einer Hilfsaktion unterstützen, bei der ich Freunde und Familie, Institutionen oder Vereine um Spenden bitte. Der Verkaufserlös meines selbstgemachten Quittengelees, welches ab jetzt erhältlich ist, wird ebenfalls zu 100 Prozent für die Mehmetis verwendet.”

Das Quittengelee kann man natürlich auch im Büro der ASCO kaufen. Den Verkaufserlös runden wir auf und untersützen damit eine regional-internationale Aktion.

Kontakt und Spendenkonto:

Cornelia Stegner
Tiefensteiner Weg 6
96450 Coburg

mail@corneliastegner.de

Bankverbindung: Commerzbank Coburg IBAN: DE11 7834 0091 0857 0863 00 BIC: COBADEFFXXX Verwendungszweck: Familie Mehmeti

1 (… ) Trotz eines durchschnittlichen Wirtschaftswachstums von 3,5% zwischen 2011 und 2014 haben sich die Lebensbedingungen der
kosovarischen Bevölkerung nicht merklich verbessert. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt rund € 2.800 jährlich –
weniger als 10% des EU-Durchschnitts – und die Arbeitslosigkeit 45% (Weltbank 2014). Besonders betroffen sind Frauen und junge
Menschen, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Rund 30% leben mit weniger als € 1,70 pro Tag (Weltbank 2014). Viele
Kosovaren sind auf Geldüberweisungen von Familienmitgliedern im Ausland angewiesen, die insgesamt ca. 14% des
Bruttoinlandsprodukts ausmachen (IOM 2014). Internationale und einheimische Unternehmer und Investoren werden von den
unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen, von Korruption, Nepotismus und dem vergleichsweise geringen Bildungsniveau
abgeschreckt. (…)
Quelle: http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/54633/kosovo